Latent Heat Generation ist ein künstlerisches Forschungsprojekt, das die verborgenen materiellen Infrastrukturen von KI-Systemen über Rückkopplungsschleifen mit Wärmebildern untersucht: In Echtzeit wird die Abwärme der Rechner zum generativen Material für KI-Bilder. Aus der Perspektive eines taiwanischen Künstlers entwickelt, geht die Arbeit von einem persönlichen Dilemma aus – begrenzt durch fehlende Rechenleistung und zugleich mit genau jener Infrastruktur verbunden, die KI-Entwicklung weltweit erst ermöglicht.
Die Installation macht mehrere Formen von „Generation“ sichtbar: die Erzeugung von Wärme, die Erzeugung von KI-Bildern, die Generationen der Halbleiterfertigung und die generationenübergreifende Politik technologischer Abhängigkeit. Eigene Software übersetzt Wärmemessungen in Prompts für Stable-Diffusion-Modelle und erzeugt so rekursive Schleifen, in denen Grafikprozessoren ihre eigenen materiellen Bedingungen als Wärmebild betrachten.
Die thermische Untersuchung zeigt, wie Rechenwärme die Spuren globaler Fertigungsabhängigkeiten trägt. Sie stellt die scheinbare Immaterialität digitaler Prozesse infrage, indem sie die Energieumwandlungen und geopolitischen Verhältnisse sichtbar macht, die in KI-Systeme eingeschrieben sind.