Was bedeutet es, auf Facebook zu posten? Teilen – oder einen wichtigen Moment im Leben markieren? Manche zeigen wenig von sich, posten selten und „liken“ nur, was ihnen gefällt. Andere posten täglich und verstreuen ihre Gedanken im sozialen Netz. Eine eindeutige Antwort gibt es wohl nicht. Tag für Tag werden Beiträge geteilt und geschrieben – interessiert sich jemand für ihren Inhalt? Macht die Fülle der Worte oder ein fein gewählter Begriff einen Unterschied? Oder geht es nur darum, den Drang zum Posten zu stillen, egal was darin steht? Viele Worte oder ein einziger Satz – alles treibt am Ende auf dem Ozean der Beiträge.
Ich frage mich, ob es einen Weg gibt, diesen unsagbaren Zustand auszudrücken: mit einem Beitrag, der vom Posten selbst erzählt. „Thu 20:58:34“ – ein paar Zeichen, die nichts bedeuten und doch genau das Ziel des Postens treffen. Die genaue Uhrzeit steht im Beitrag selbst, nicht das vom System vorgegebene „vor 32 Minuten“. Der Beitrag hat eine Bedeutung und ist zugleich bedeutungslos.
„Mon 01:56:23“ ist nur ein Beitrag, dessen Inhalt den Moment seiner Entstehung festhält. Von diesem Augenblick an treibt er auf dem Ozean der sozialen Medien und wartet darauf, zufällig aufgelesen zu werden. Wie eine Flaschenpost – nur dass auf dem Etikett ihr Geburtsdatum steht. Öffnet man die Flasche, ist sie leer, und wer sie findet, füllt die Leere mit einer eigenen Geschichte. Der Inhalt ist für mich nicht entscheidend; die Flasche selbst ist der Zustand, den ich ausdrücken will.